Auditive Wahrnehmungsstörungen

Auditive Wahrnehmungs- oder Verarbeitungsstörungen sind Störungen auf zentraler Ebene (Gehirn). Das Gehör an sich (Trommelfell, Mittelohr mit den Gehörknöchelchen, Innenohr mit den Haarzellen) zeigt keine Einschränkungen („normale“ Hörtests/Tonaudiogramme sind unauffällig). Trotzdem haben die Patienten (meistens Kinder) Schwierigkeiten, z.B. Laute voneinander zu unterscheiden. Vereinfacht ausgedrückt: Ein „Ton“ gelangt durch den Gehörgang, über das Trommelfell, durch das Mittelohr ins Innenohr (Schnecke). Dort wird er in „elektrische Signale“ umgewandelt und über den Nerv ins Gehirn geleitet, wo er dann verarbeitet werden soll. Irgendwo auf dem Weg zur Verarbeitung gehen wichtige Informationen verloren, werden verändert oder können nur fehlerhaft verarbeitet werden.

Folgen einer auditiven Wahrnehmungsstörung können sein:


LRS (Lese-Rechtschreibschwäche)
Unter Lese-Rechtschreib-Schwierigkeit (LRS) versteht man eine massive und lang andauernde Störung des Erwerbs der Schriftsprache. Die betroffenen Personen (Legastheniker) haben Probleme mit der Umsetzung der gesprochenen zur geschriebenen Sprache und umgekehrt. Als Ursache werden eine genetische Disposition, Probleme der auditiven und visuellen Wahrnehmungsverarbeitung, der Verarbeitung der Sprache und vor allem der Phonologie angenommen. Die Störung tritt isoliert und erwartungswidrig auf, d. h. die schriftsprachlichen Probleme entstehen, ohne dass es eine plausible Erklärung wie eine generelle Minderbegabung oder schlechte Beschulung gibt. Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie geht davon aus, dass in Deutschland 4 % der Schüler von einer Legasthenie betroffen sind. Bei frühzeitiger Erkennung können die Probleme meist kompensiert werden; je später eine Therapie ansetzt, desto geringer sind in der Regel die Effekte.


Phonologische Störungen
Die Aussprache eines Lautes gelingt im sprachlichen Kontext nicht störungsfrei. Der betroffene Laut kann isoliert gebildet werden. Seine bedeutungsunterscheidende Funktion im phonologischen Regelsystem kann vom Sprecher nicht korrekt realisiert werden.